Im Februar und März 2026 warten einige spannende Bücher auf Sie! Als Lahea auf eine Reise über die Insel Ebria aufbricht, entdeckt sie hinter der Fassade der progressiven Gemeinschaft, die die Insel auszeichnet, Machtkämpfe, verdrängte...
Wie entstehen unsere Buchcover?
© Otto Müller Verlag „Don’t judge a book by its cover.“ Aber tun wir das nicht alle? Und sollten wir das nicht sogar auch? Natürlich entscheidet letzten Endes der Inhalt eines Buches, ob es uns gefällt oder nicht, aber das erste Interesse weckt nun einmal das Buchcover. Egal ob zwischen dutzenden Posts auf Social Media oder in der Menge an Büchern in der Buchhandlung: Ein Buchcover muss etwas in uns auslösen, muss uns ansprechen, muss herausstechen.
Zwischen Anspruch und Sichtbarkeit
Cover entstehen dabei nie im luftleeren Raum. Sie müssen vieles gleichzeitig leisten: im Buchhandel funktionieren, Vertreter:innen und Buchhändler:innen einen schnellen Eindruck vermitteln, online in Miniaturgröße bestehen und am Ende natürlich auch Leser:innen ansprechen. Ein Cover ist damit immer auch ein Kommunikationsmittel: Es erzählt, was für ein Buch uns erwartet, und ordnet es in einen größeren Kontext ein.
Gerade deshalb ist Covergestaltung immer ein Balanceakt zwischen gestalterischem Anspruch und praktischer Notwendigkeit. Bücher müssen nicht nur schön sein, sondern auch lesbar, einordbar und verkäuflich.
Als kleiner, unabhängiger Verlag ist es uns dabei besonders wichtig, Autor:innen bestmöglich in diesen Prozess einzubeziehen. Viele Coverideen entstehen im gemeinsamen Gespräch: aus Bildern, Stimmungen, Orten oder Assoziationen, die für die Autor:innen zentral sind. Gleichzeitig tragen wir als Verlag die Verantwortung, Bücher so zu gestalten, dass sie ihren Weg zu den Leser:innen finden, auch wenn das manchmal bedeutet, dass wir manche Wünsche nicht (ganz) umsetzen können. Denn, so wichtig persönliche Vorstellungen und ästhetische Vorlieben aller am Cover Beteiligten auch sind: bei der Covergestaltung stehen sie nie allein. Entscheidend ist letztlich, was im Buchhandel, online und bei Leser:innen funktioniert und einem Buch die bestmögliche Chance gibt, entdeckt zu werden.
Wie Cover entstehen
In unserem Frühjahrsprogramm 2026 sind wir bei unseren Covern bewusst aus sehr unterschiedlichen Richtungen gekommen – passend zu den Büchern:
Für Zuhause anders denken, ein Sachbuch über verschiedene Arten des gemeinschaftlichen Wohnens, stand von Anfang an die Idee eines Wimmelbilds im Raum. Ein Haus mit vielen Zimmern und voller Menschen, sinnbildlich für Gemeinschaft, aber auch aufsehenerregend dadurch, dass sich viel „tut“. Für dieses Cover haben wir mit der Illustratorin Olivia Gnahn zusammengearbeitet, die das Cover von einer ersten Skizze in ein digital illustriertes Bild verwandelt hat:
Besonders bei diesem Cover: Da dieses Buch das erste in unserer neuen Reihe Zwischenruf ist, sollte dies auch auf dem Cover ersichtlich sein. Aber wie findet man ein Erkennungsmerkmal, das zu allen kommenden Büchern passt, obwohl sie verschiedene Themen behandeln werden? Die Lösung: ein prägnanter Rahmen, der als wiederkehrendes Erkennungsmerkmal dient und zukünftigen Titeln Raum für ganz unterschiedliche Gestaltungen lässt.
Für Partypeople, ein Roman über das Leben eines Techno-DJs, war der Ansatz wiederum ein ganz anderer: Ein Foto, das eine Person nah, verletzlich und authentisch zeigt. Die Idee eines handschriftlichen Schriftzugs direkt auf der Haut der abgebildeten Person verstärkt diese Intimität und bildet einen Bruch zum Buchtitel. Umgesetzt wurde das Cover erstmals mit einem eigens dafür geplanten Shooting mit der Fotografin Belinda Thaler. Abgerundet wird das Cover (bzw. der ganze Buchumschlag) durch ein auffälliges Grün, wodurch es – trotz der eher gedeckten Farben des Fotos – sofort ins Auge sticht. (Dass das Grün fast dem Albumcover von Charli xcx’s brat entspricht, welches auch gut zum Inhalt des Buches passt, ist ein schöner Zufall).
Für LAHEA, ein visionärer Inselroman rund um eine starke junge Frau, wollten wir diesen Aspekt auch direkt aufs Cover bringen. Der Titel allein lässt noch wenig Assoziationen zu, deshalb war schnell klar: Ein Frauenporträt soll zeigen, dass Lahea ein Name ist, und dass sich die Geschichte klar auf eine weibliche Hauptfigur fokussiert. Der direkte, selbstbewusste Blick der illustrierten Frau richtet sich an die Leser:innen und spiegelt die Stärke und Präsenz der Protagonistin wider.
Wie man Salzburg überlebt ist ein Buch voller grantiger (im besten österreichischen Sinn), aber auch humoristischer Stadtbetrachtungen – diese Einordnung sollte direkt durch das Cover klar werden. Kräftige Farben und eine verspielte Typografie betonen den humoristischen Zugang. Die Ampel im R des Titels ist ein augenzwinkernder Verweis auf die Verkehrslage der Stadt, während das Foto links unten sowohl die schönen als auch die „schiachen“ Seiten Salzburgs zeigt. Das Mozartgemälde rechts oben ist zum einen ein Wink an den Instagram-Account der Autorin, @schiaches.salzburg, und ein ironisches Bild, das mit Sonnenbrille und Blume im Haar perfekt zur Stimmung des Buches passt.
Was man gut in die Covergestaltung einfließen lassen kann, sind echte Orte, die in den Büchern vorkommen. So basiert das Cover von Nur die Laute der Vögel, eine Geschichte, die auf einer kleinen Insel in der Lagune von Grado spielt, auf einem Foto eben dieser Landschaft. Dieses Foto wurde digital bearbeitet, abstrahiert und farblich reduziert, um die ruhige, stille Atmosphäre des Romans widerzuspiegeln.
Auch auf dem Cover der Reisestories Kontinentaldrift finden sich Fotos realer Orte: Bilder, die die Autorin selbst auf ihren Reisen aufgenommen hat. Das leuchtende Gelb greift Motive von Sonne, Ferne und Bewegung auf und verstärkt das Gefühl von Welt und Weite. Die wellenförmigen Elemente unterstreichen den Buchtitel zusätzlich bildlich.
Alle diese Cover wurden von der Salzburger Grafikagentur wir sind artisten gestaltet.