Lesung: Iris Wolff, Uwe Kolbe und Senthuran Varatharajah aus „Der Augenblick nennt seinen Namen nicht“–Wartburg-Tagebücher

Freitag, 09. September 2022, 17:30 Uhr
Palas der Wartburg, Auf der Wartburg 1, 99817 Eisenach, Deutschland
© Otto Müller Verlag

Zum Inhalt von „Der Augenblick nennt seinen Namen nicht“–Wartburg-Tagebücher:
Die Wartburg in Thüringen steht seit Martin Luthers Arbeit an der Bibelübersetzung für Sprache, schöpferischen Ausdruck und das Ringen um Worte. Dem eigentümlichen und nie nachlassenden Gefühl der Unverfügbarkeit von Sprache, die in der Stille entsteht, in einen Ausdruck übersetzt wird und immer wieder in das Schweigen zurückmuss, spüren Iris Wolff, Uwe Kolbe und Senthuran Varatharajah in ihren Wartburg-Tagebüchern nach. Ihre Texte erwachsen aus einer inneren Auseinandersetzung mit der Sprachform, die Luther vor 500 Jahren geprägt hat. Sie stellen fest: „Wir sprechen immer noch aus der Richtung, die Luthers Sprache einmal vorgab; in seinen Alliterationen, in seinen Bildern und Neologismen, in seinen Redewendungen, in seiner Komposition.“ Diese Sprache der Bibel prägt unsere Kultur, unser Leben, unsere Identität bis heute.
So werden die Wartburg-Tagebücher zu einer Hommage an die Sprache und ihre Ausdruckskraft und zugleich zu einer Mahnung für den behutsamen Umgang mit der unkontrollierbaren Macht der Worte, die wahre und falsche Wirklichkeiten entstehen lassen. Und sie werden zu einem Eingeständnis, dass es beinahe unmöglich ist, Erfahrung und Erkenntnis in Sprache zu übersetzen.


Eine Veranstaltung im Rahmen der Abschlussveranstaltung des Wartburg-Experiments.



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