Literatur und Kritik 601/602 (März 2026)

Inhalt & Leseproben

Alte Wörter sind nicht einfach „alt“. Sie benennen Gefühle, die uns fehlen, tragen Erinnerung, Herkunft und Widerstand in sich – und können komisch, schräg, zärtlich oder politisch sein. Die aktuelle Ausgabe Literatur und Kritik begibt sich auf die Spur dieser Wörter.

Das Heft ist dabei alles andere als nostalgisch. Es verhandelt die großen Themen der Gegenwart – Krieg, Identität, Körper, Liebe und Politik – und zeigt, wie eng Sprache mit Haltung, Geschichte und Macht verbunden ist. Alte Wörter werden hier nicht gesammelt, sondern befragt: Was sagen sie über uns? Fehlt etwas, wenn sie verschwinden? Johanna Grillmayer zum Beispiel lässt ausrangierte Begriffe noch einmal tanzen, bevor sie endgültig aus unserem Sprachgebrauch verschwinden dürfen. Josia Jourdan beschäftigt sich in seinem Text mit dem Schweizerdeutschen, daran geknüpfte Erinnerungen  und mit KI.

Seite 4: Editorial von Birgit Müller-Wieland
Seite 8: Liebe, Sex und Tod - Garantiert von Oleh Kryschtopa (übersetzt von Alois Woldan)
Seite 18: etwas da ist weh von Silke Scheffel
Seite 20: Ein Bild hängt schief von Evelyn Bubich
Seite 24: Im blauen Zimmer schlafen die Mädchen von Verena Dolovai
Seite 30: Sitzungsprotokoll der Gesellschaft zur Wahrung deutscher Werte (Österreichische Sektion) von Christina König
Seite 37: Sigewif von Ale Leyler
Seite 38: Für mich von Sabina Fudulakos
Seite 42: Sapperlot, wie red ich da mit? von Josia Jourdan
Seite 49: Die Spuren der alten Wörter von Karzan Noori
Seite 52: Großmütter von Sabine Gruber
Seite 54: Der Ball der ausgemusterten Wörter von Johanna Grillmayer
Seite 58: Bambis Bewerbung von Mercedes Spannagel
Seite 62: Die Urururenkel der Tante Jolesch von Irene Diwiak
Seite 67: Was ist Krieg? von Ostap Slyvynsjy & Krzystof Czyźewski (übersetzt von Lothar Quinkenstein)
Seite 71: Wie "österreichisch" ist das österreichische Deutsch? von Gerhard Zeillinger
Seite 78: Laudatio: Anton-Wildgans-Preis 2025 für Wolf Haas von Manfred Müller
Seite 83: Écriture rose - Über das Schreiben von Zoltán Danyi (übersetzt von Terézia Mora)
Seite 91: Gerhard Meier, "Amrainer Tetralogie" von Iris Wolff
Seite 96: Rezension: "Die zweite Haut" - Sabine Scholl von Marie Ströbitzer
Seite 99: Rezension: "Vera" - Susanne Röckel von Barbara Beer
Seite 102: Rezension: "Höllen und Wunder" - Christoph Janacs von Alexander Peer
Seite 105: Rezension: "Ein halber Löffel Reis" - Dacia Maraini von Ursula Ebel
Seite 108: Rezension: "mein vater der gulag die krähen und ich" - Kaśka Bryla von Alexander Kluy