Rudolf Habringer Programm Frühjahr 2021 Lieferbar

Leirichs Zögern

Gregor Leirichs Leben gerät aus den Fugen. Eine Fremde spricht ihn an und eröffnet ihm, dass er einen Halbbruder hat, von dessen Existenz er bisher nichts wusste. Leirich, der es sich als Historiker am Institut für Zeitgeschichte gut eingerichtet hat in seinem Leben, reagiert in höchstem Maß erschrocken. Mit wem soll er sich austauschen? Mit seinen Schwestern? Seiner Exfrau? Seiner Tochter? Er beginnt zu recherchieren und erfährt, dass der Halbbruder ganz in der Nähe lebt. Warum hat er sich nicht zu erkennen gegeben? Warum haben die, die von ihm wussten, über Jahrzehnte geschwiegen? Und vor allem – warum hat der Vater nie etwas erzählt von seinem ersten, im Krieg gezeugten Kind? Plötzlich muss sich der Historiker seiner eigenen Familiengeschichte stellen. Unversehens gerät die Auseinandersetzung mit dem unbekannten Bruder zu einer Beschäftigung mit Leirichs Kindheit, dem lange schon verstorbenen Vater und einem Schweigen, das zum Teil der Persönlichkeit des Vaters geschuldet ist, zum anderen Teil den gesellschaftlichen Bedingungen der Nachkriegszeit.
Mit Leichtigkeit und Intensität zugleich erzählt Rudolf Habringer von der Scheu eines Mannes, der sich erst nur zögerlich vorwärtstastet, schließlich aber die Begegnung wagt und ein Familientreffen arrangiert. Ein starker Roman, der an Tabus rührt und unangenehme Fragen stellt: Wie sicher sind die Wahrheiten, auf denen unser Leben steht?

„Rudolf Habringer beschönigt nicht die Verlogenheit und das menschliche Versagen der Nachkriegsgenerationen, aber er lässt seinen Figuren auch Gerechtigkeit wiederfahren und stellt sie mit menschenfreundlicher Ironie in den Kontext einer belasteten Zeit, die den Menschen viel abverlangt hat.“

Christian Schacherreiter, Oberösterreichische Nachrichten, April 2021
Veröffentlichung: 03/2021
ISBN: 978-3-7013-1284-9
302 Seiten, gebunden mit Schutzumschlag
Preis: € 25,00
E-Book: € 20,00

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