Ana Marwan

© Una Rebić

1980 in Murska Sobota/SLO geboren, aufgewachsen in Ljubljana. Studium der Vergleichenden Literaturwissenschaft in Ljubljana und der Romanistik in Wien. Lebt als freie Autorin auf dem Land zwischen Wien und Bratislava und schreibt Kurzgeschichten, Romane und Gedichte auf Deutsch und Slowenisch. Augezeichnet mit dem exil-literaturpreis „schreiben zwischen den kulturen“ 2008, dem „Kritiško sito“ für das beste Buch des Jahres in Slowenien 2022 und dem Ingborg Bachmann-Preis 2022. „Der Kreis des Weberknechts“ (2019, 3. Aufl.) ist ihr Romandebüt. Am 23. Februar 2023 erscheint der neue Roman „Verpuppt“ (aus dem Slow. von Klaus Detlef Olof) im Otto Müller Verlag.

AUSZEICHNUNGEN:

exil-literaturpreis „schreiben zwischen den kulturen“ 2008
Shortlist Das Debüt – Bloggerpreis für Literatur“ 2019
„Kritiško sito“ für das beste Buch des Jahres in Slowenien 2022
Ingeborg Bachmann-Preis 2022

Die Laudatio von Klaus Kastberger: „Die Wechselkröte ist grundsätzlich ein sehr zarter und leister Text, der mit der Sprache einen recht eigenwilligen Tanz aufführt. Die in der slowenischen Stadt Murska Sobota aufgewachsene Autorin führt die deutsche Sprache so vor sich her als hätte sie niemals in einer anderen Sprache gelebt. Sie lässt sich vom Deutschen treiben und treibt das Deutsche mit einer aufgerauhten Stimme mit sich und vor sich her. Von Einsamkeiten ist in diesem Text die Rede und auch von jener spezifischen Einsamkeit, die wir alle je eigen in den letzten beiden Jahren erlebt haben und erleben mussten. Dabei handelt der Text aber bereits auch schon von den Möglichkeiten, die sich in dieser neuen Situation, in die wir hineingeworfen waren, ergeben haben. Es ist eine Gratwanderung, in der es in diesem Text „Wechselkröte“ geht. Bufo variabilis ist ihr lateinischer Name. Unveränderlich wie der Mond und das Schicksal ist das Tier. Als ein stets Wandelbarer spurt der Text zwischen Polen wie Heimat und Horror, zwischen Idylle und Verfall, zwischen Melancholie und Witz, zwischen Bleiben und Gehen. Zwischen Kinderlosigkeit und Mutterschaft spannt sich in ihm eine ganz konkrete Entscheidungsfrage. Beantwortet wird diese von niemandem anderen als der Betroffenen. Die Schreibende selbst nimmt hier ihr Schicksal in die Hand und diese Selbstermächtigung gehört, glaube ich, zum Besten was Literatur leisten kann. Ana Marwan hat mir erzählt, an einem der ersten Tage, dass sie genau an dem Tag, als die gesamte Teilnehmerliste hier bekanntgegeben wurde, tatsächlich vor der Haustür in ihrem Haus in Niederösterreich eine Wechselkröte gefunden hat und ich glaube, es hat sich bewahrheitet; das ist ein gutes Zeichen.“



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