Brita Steinwendtner Programm Herbst 2020 Lieferbar

Gesicht im blinden Spiegel

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Johannes ist jung, musikalisch und kriegsbegeistert. Mit sechzehn Jahren zieht er im Juli 1866 als Trompetenspieler in die Schlacht von Königgrätz zwischen der österreichischen und preußischen Armee. Verletzt überlebt er, fortan fehlt ihm jedoch ein Teil von Wange und Kinn. Der junge Mann lernt zu leben mit dem, was nicht mehr da ist. Er stellt sich Spott und Ablehnung, erlernt den Beruf des Kunstschmieds und stärkt sich an seinem handwerklichen und kaufmännischen Geschick. Halt findet er in der Musik – er hat zum Cello gewechselt – und bei Valerie, seiner Liebe, die ihm zunächst unerreichbar scheint. Mit großem Gespür für ihre Figuren erzählt Brita Steinwendtner in diesem atmosphärisch dichten Roman das zeitlose Schicksal eines Mannes, dem es gelingt, den widrigen Zeitläuften die Stirn zu bieten und seine pazifistische Haltung zu wahren.
„Gesicht im blinden Spiegel“ entwirft das weit gespannte Panorama einer fesselnden Familien- und Zeitgeschichte über mehrere Jahrzehnte und führt in unterschiedliche Landschaften – vom „Böhmischen Paradies“ über das Sensengebiet des österreichischen Steyr-Tals bis in das „weiße Haus“ von Venedig. Es ist eine vielstimmig erzählte Geschichte von Krieg und trügerischem Frieden, neuen Lebensentwürfen in der Fremde und vom Heimkommen. Ein Roman über die Liebe und die Wiederkehr des Sommers.

Reaktionen zum Buch (Auswahl):

„Gesicht im blinden Spiegel“ ist ein großer historischer Roman, der politisches Problembewusstsein mit einfühlsamer Figurenzeichnung verbindet und dem Leser eine ermunternde Botschaft anbietet: Auch unter unglücklichen Zeitumständen ist ein geglücktes Leben möglich.

Christian Schacherreiter, Stifterhaus, Oktober 2020

Brita Steinwendtner gilt unser aller Dank, dafür, dass sie dieses Buch geschrieben hat. Ich habe es als erzählerische Anerkennung von uns verletzbaren Menschenwesen gelesen, und als Prosagesang auf das, was man einmal ‚anständig‘ genannt hat. […] Was will man mehr von einem Buch, als dass es einen drängt, darüber zu reden und weiterzureden, auch im eigenen Kopf.

Hans Höller, Universität Salzburg, September 2020

Brita Steinwendtners Roman „Gesicht im blinden Spiegel“ ist ein großes Bild, oder ein friedlicher Totentanz (mit dem sehr schönen Sensenmotiv) oder eine mutige Demutsübung. Wie die Hauptfigur Johannes/Jan von Kentridge zu Tintoretto, von Steyr nach Hrastovlje und wieder zurück navigiert, da fällt vieles zu und es ist schön, was sich da anlagert, wie Kristalle am Faden, der Kraus von den väterlichen Papiersackerln bis zur Fackel, die Clara Immerwahr (was für ein Name) und Christian Doppler und Stifter und Trakl und, für mich wichtig, die Suttner mit ihrem großen Roman, der immer wieder neu entdeckt werden muss. Eine große schöne Sache, mit vielen Unvergesslichen, der Johanniter (wie der Malteser aus dem „Andreas“) und das fast private Denkmal mit den Kreuzen, gerade weil man es sich gerade nicht vorstellen kann, steht heraus. Danke! Ich hoffe, das Buch findet liebevolle und verständige Leser.

Werner Michler, Universität Salzburg, September 2020

Diese Sensibilität für den Einsatz der Sprache wird getragen von einer großen Empathiefähigkeit der Autorin; und so wird auch uns Leserinnen und Lesern das Schicksal des Johannes Czermak zur Herzensangelegenheit. Im Vergleich zu diesem großen Roman wirken viele andere aktuelle Bücher geradezu wie fast food. „Gesicht im blinden Spiegel“ ist nachhaltig und der bisher beste Roman von Brita Steinwendtner.

Karin Buttenhauser, ORF Radio Salzburg, 27.09.2020

Mit leichter Hand entwirft Brita Steinwendtner Stimmungsbilder einer Zeit, in der vielerorts die Industrialisierung die alten Handwerksbetriebe ablöste, sich die Konflikte der österreichischen Kronländer mit dem habsburgischen Kaiserreich zuspitzten, die gesellschaftlichen Umwälzungen Stadt und Land durchdrangen. Dazu beschenkt uns die Autorin mit unprätentiösen, dafür umso stärker wirkenden Landschaftsschilderungen des idyllischen böhmischen Grenzlandes bei Polen und der schroffen Gegend der österreichischen Eisenwurzen. Alles in allem – ein wunderbar still-dramatisches und kluges Buch mit reichem historischem Wissen. 

Linda Stift, Die Presse – SPECTRUM, 19.09.2020

Ein Fest ist das neue Buch von Brita Steinwendtner, ein Fest klingender Sprache für die Hoffnung und den Mut zu leben… Ja, in vielerlei Hinsicht ist dieses Buch ein großes Buch, es glänzt vor Rhythmus, Bildung und Erzählfreude, wechselt zwischen Lyrischem und Epischem wie Essayistischem …, punktgenau und klangvoll der literarische Ton, Hintergründe allein durch die sprachliche Prägnanz eröffnend, einfach ein Fest der schönen Literatur. 

Peter Reutterer, Buchmagazin des Literaturhauses Wien, 02.09.2020

Inhaltlich und formal weiß Brita Steinwendtners Roman zu überzeugen. Und sprachlich? Ebenso beeindruckend. Besonders, wenn den Sinnen gefrönt wird: wenn etwa der Durft von Majoran in der morgendlichen Feuchtigkeit gerochen, wenn ein Kind unbefangen über Johannes‘ Narben streichelt oder wenn er sein Cello hervorholt und einfach drauflos spielt.

Matthias Part, Salzburger Nachrichten, 25.08.2020

„Gesicht im blinden Spiegel“ ist ein großer historischer Roman, der politisches Problembewusstsein mit einfühlsamer Figurenzeichnung verbindet und dem Leser eine ermunternde Botschaft anbietet: Auch unter unglücklichen Zeitumständen ist ein geglücktes Leben möglich.

Christian Schacherreiter, Oberösterreichische Nachrichten, 07.10.2020

Ein sehr feiner, eindringlicher und tiefgreifender Roman (…). Wunderbar, wie im Prélude das erzählende Ich ins Bild geht, in die „gebrochene Leinwand“, wie die Erzählperspektive und -position ersteht, „um ein Schicksal zu retten vor dem Vergessen“. So ist es viel mehr als ein kleiner Reflex auf der Spiegelwand der großen Weltbühne; es bringt eine Epoche anhand einer Familiengeschichte nahe: berührend. Sehr schön und sparsam eingesetzt das Zweite Gesicht von Johannes, vom Dreißigjährigen Krieg bis zum Wenzelsplatz 1968; sehr fein die kleinen und gröberen Reibereien zwischen alter und neuer Zeit; sehr fein ein ganzes Kulturpanorama (sogar mit dem poetischen Rätsel, das du [Brita Steinwendtner] aufgibst)…

Klaus Zeyringer in einem Brief an die Autorin, August 2020

Ein historischer Roman, ein Familienroman, ein Liebesroman: ein sehr österreichischer Roman, auch in der poetischen Sprache und Erzählkraft.

Paul Michael Lützeler, August 2020

Was für ein wunderbares und sprachlich schönes Buch über die Sinnlosigkeit des Krieges und die Kraft der Liebe und Wertschätzung. Eine historisch spannende Geschichte über den Zusammenbruch der Monarchie, die Industrialisierung und die aufkommende sozialistische Arbeiterbewegung.
Das Sudetenland und das Steyrtal bieten eine schöne Kulisse für den Untergang der alten und den Beginn einer neuen Zeit. Ein großer feinfühliger Roman um Johannes, der mit seiner schweren Kriegsverletzung ein neues Leben wagen muß und die Kraft der Liebe, die ihn auf neue Wege bringt. Ein großer schöner historischer Roman.

Heinz Ofner, AKKU Kulturzentrum Steyr, in einem Brief an die Autorin, August 2020

Das Buch ist großartig. Ich hab gar nicht mehr aufhören können zu lesen. Wie die Autorin sich das alles ausdenken konnte, die Orte, die Personen, die Zeit, alles wunderbar. So gut recherchiert und so viel Herz dabei. Und vieles passt auch jetzt in unsere Zeit!

Ilse Zeitlinger, Besitzerin der Sensenschmiede in Leonstein, August 2020

Geduldig recherchiert, mit Empathie imaginiert: Brita Steinwendtner hat einen farbenreichen Roman vom versehrten Leben zwischen zwei Kriegen geschrieben — und ein großes Buch des Friedens, das zu Herzen geht.

Karl-Markus Gauß, Juni 2020

Coverbild: Alexander Steinwendtner

Veröffentlichung: 08/2020
ISBN: 978-3-7013-1279-5
371 Seiten, gebunden mit Schutzumschlag
Preis: € 25,00
E-Book: € 20,00

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