Vortrag Diskussion mit Erwin Riess zum Thema "Die Sexualität behinderter Menschen vor dem Hintergrund der Independent Living Bewegung"um 14:00 Uhr in der AUTARK Akademie Brückl, Kärnten

12.04.2018

Vortrag Diskussion mit Erwin Riess zum Thema "Die Sexualität behinderter Menschen vor dem Hintergrund der Independent Living Bewegung"um 14:00 Uhr in der AUTARK Akademie Brückl, Kärnten

 

 

Donnerstag, 12. April 2018, 14:00 Uhr

Vortrag und Diskussion

"Die Sexualität behinderter Menschen vor dem Hintergrund der Independent Living Bewegung"

 

autArKademie Brückl

Raunacherweg 4

9371 Brückl

 

Einleitung: Andreas Jesse, MBA

Moderation: Ernst Kocnik (Disability Studies, Universität Klagenfurt)

 

 

 

 

ZUM BUCH:

 

Zur Sexualität behinderter und kranker Menschen

 

Sexualität und Lust angstfrei leben zu können, ist ein Menschenrecht. Es gilt für alle.

 

Behinderte und kranke Menschen erleben in vielen Bereichen Einschrän kungen und Diskriminierungen, so auch in der Sexualität. Dass behinderte Menschen ein Recht auf Sexualität haben, ist zentraler Bestandteil der Independent Living Bewegung, der internationalen Bürgerrechtsbewegung behinderter Menschen. Der skandinavische Raum hat hier die Vorreiterrolle inne, Österreich zählt zu den Nachzüglern. Selbstbestimmtes Leben sollte sich auch
auf die Sexualität erstrecken. Doch anstatt einer selbstbestimmten, lustbetonten Sexualität herrscht eine Sexualität der Entmündigung, der Demütigung und des systematischen Missbrauchs vor. Institutionelle Beschränkungen (oft unter dem Prätext des vermeintlichen Schutzes), wie rigide Heimstrukturen, Unverständnis und Ablehnung durch das betreuende Personal und fehlende barrierefreie Räum lichkeiten charakterisieren die Situation. Selbstbestimmte Sexualität kann sich nur im Widerstand zu Aufpassern, Moralaposteln und Geschäftemachern entfalten. Dazu zählt auch, dass beeinträchtigte Menschen den Medienschutt vom „perfekten Körper“ in ihren Köpfen überwinden. Das Buch versammelt Beiträge von MedizinerInnen, die sich mit verschiedenen
Krankheitsbildern im Kontext der Sexualität beschäftigen und Texte behinderter Menschen, die mit beeindruckender Offenheit und gedanklicher Tiefe von ihrer unerhörten Lust erzählen.

 

 

 

ERWIN RIESS,

geboren 1957, aufgewachsen in der Voestalpine Krems, Studium der Gesellschaftswissenschaften in Wien, Rollstuhlfahrer nach Rückenmarktumor seit 1978, 1983-1994 in der Wohnbauforschung des Wirtschaftsministeriums, wissenschaftlicher Referent für Barrierefreies Bauen, seither freier Schriftsteller, Aktivist in der Selbstbestimmt-Leben-Bewegung behinderter Menschen. Arbeitsaufenthalte in Ungarn, Zypern und New York.

Riess schrieb 13 Theaterstücke (zuletzt Der Zorn der Eleonore Batthyány, Winterpalais im Belvedere/Wien, 2014) sowie Hörspiele, Essays und Reportagen (Literatur&Kritik, Wespennest), seit 1986 regelmäßiger Mitarbeiter von KONKRET.

Groll-Storys erscheinen im AUGUSTIN und der JUNGEN WELT.

 

Foto: Alexander Golser