Karin Peschka liest aus ihrem Roman "FanniPold" im Kulturzentrum Amerlinghaus, Wien

03.04.2019

Karin Peschka liest aus ihrem Roman "FanniPold" im Kulturzentrum Amerlinghaus, Wien

 

 

Mittwoch, 3. April 2019

Kulturzentrum Spittelberg im Amerlinghaus

Stiftgasse 8

1070 Wien

 

 

 

 

ZUM BUCH:

 

Elias-Canetti-Stipendium 2015 und 2016

 

 

Wer sich hoch aufschwingt, läuft Gefahr, tief zu fallen, und wer sich schon im ersten Satz hoch aufschwingt, – mit einem Raben, der sich gegen den Wind stemmt, also buchstäblich und metaphorisch – hat ein paar hundert Seiten lang Gelegenheit zum Absturz. Was man befürchtet, passiert glücklicherweise nicht. Im Gegenteil. (Paulus Hochgatterer, Laudatio ALPHA-Literaturpreis 2015 für ihr Debüt Watschenmann)

 

 

Das Poldi-Erbrochene ist im Moment das kleinste Problem. Fanni krallt sich an den Stamm, man weiß nicht, wie stark der Schirm sich verkeilt hat. Oder ob der Stoff reißt. Ist der reißfest, der Stoff?


Jeden Mittwoch Frauenstammtisch, Blattsalat mit Zanderstreifen in Cornflakespanier, Grappa auf's Haus. Die Pizzeria zwischen Fleischhacker und Bestatter. Links ein tönernes Schwein im Schaufenster, Rauchwurst und Salami, ein Plastikschinken auf einem Teller mit karierten Servietten. Rechts der beleuchtete Kasten mit den Partezetteln, Seidenblumen, eine goldene Urne auf einem weißen Sockel. Im Ort wächst der Leerstand, verstauben die Auslagen. Wiederholen sich ewig gleiche Routinen bis an den Rand des Ertragbaren.

 

„Ich habe Krebs“, lügt Fanni. „Hat schon gestreut.“

 

Harzduft. Grüner Nadelduft. Ein abgebrochener Ast, ein Stummel, so lang wie eine Hand breit, knapp vor Fannis Brust. Tupft sie an.


Die Lüge führt zu weiteren Lügen, zu Wahrheiten und zum tatsächlichen Absturz: Ein Tandemflug endet in einem Tannenwipfel, Poldi und Fanni müssen auf Hilfe warten. Absurd, findet Fanni. Aber auch nicht absurder als ihr bisheriges Leben.

 

„Brangelina, verstehst?“ „Was?“ Poldi entlastet vorsichtig den linken Fuß, nur eine Spur, um die Zehen zu bewegen. „Angelina Jolie und Brad Pitt. Wären wir berühmt, weißt, wie wir heißen würden?“ „Wie?“ Poldi spürt Fannis Herz pochen unter seiner Hand. „FanniPold“, sagt sie.

 

 

 

309 Seiten, gebunden

 

Erscheinungstermin: 12. September 2016!

 

 

 

KARIN PESCHKA,

geboren 1967, aufgewachsen in Eferding, Oberösterreich, als Wirtstochter. Besuchte die Sozialakademie Linz und lebt seit 2000 in Wien. Arbeitete u.a. mit alkoholkranken Menschen und mit arbeitslosen Jugendlichen, aber auch mehrere Jahre im Bereich Onlineredaktion und Projektorganisation. Karin Peschka publizierte in diversen Anthologien sowie diversen Literaturzeitschriften und schrieb Kolumnen für oe1.ORF.at.
Kunstbuch Sterntaler (mit Michael Hedwig) 2008. Zahlreiche Auszeichnungen für ihren Debütroman Watschenmann (2014): Wartholz Literaturpreis 2013, FLORIANA Literaturpreis 2014 und ALPHA-Literaturpreis 2015. Für FanniPold erhielt sie das Elias Canetti-Stipendium 2015
und 2016, für Autolyse Wien das Adalbert-Stifter-Stipendium 2016. Autolyse Wien enthält auch die mit dem BKS-Publikumspreis des Ingeborg-Bachmann-Preises 2017 ausgezeichnete Erzählung Wiener Kindl und wurde auf die Longlist des Österreichischen Buchpreises 2017 nominiert. "Autolyse Wien" befand sich auf der ORF Bestenliste im Oktober, November und Dezember 2017.

 

 

Foto: Dominique Hammer

 

Homepage: www.peschka.at