Hannelore Hoger liest um 19:00 Uhr aus der Neuauflage von Paula Schliers "Petras Aufzeichnungen"(Hrsg. von Ursula Schneider und Annette Steinsiek) in der Katholischen Akademie Hamburg (D)

30.01.2019

Hannelore Hoger liest um 19:00 Uhr aus der Neuauflage von Paula Schliers "Petras Aufzeichnungen"(Hrsg. von Ursula Schneider und Annette Steinsiek) in der Katholischen Akademie Hamburg (D)

 

 

 

Mittwoch, 30. Jänner 2019, 19:00 Uhr

Katholische Akademie Hamburg

Herrengraben 4

D-20459 Hamburg

 

Eine Kooperation von Bücherhallen Hamburg und Katholischer Akademie Hamburg

 

Eintritt: € 9 / € 6 (ermäßigt)

Karten sind an der Abendkasse erhältlich

 

 

 

 

ZUM BUCH:

 

Paula Schliers sprachlich und inhaltlich radikales Werk über das Leben von Frauen und die politische und gesellschaftliche Zeitenwende im frühen 20. Jahrhundert

 

Die jungen Frauen der ersten Generation, die selbstverständlich wählen durfte – wie lebten sie? Was waren ihre Träume, ihre Enttäuschungen? Wie verarbeiteten sie das Erlebnis des Ersten Weltkriegs, die plötzliche Möglichkeit und Notwendigkeit der beruflichen Selbstständigkeit, den gleichzeitigen Mangel an Ausbildung, das Elend der Inflationszeit, den politischen Extremismus und die sich bereits abzeichnenden, davon ausgehenden Gefahren?

Paula Schlier veröffentlichte 1926 diesen viel beachteten autobiografischen Text, in dem sie sich und ihrer Zeit Antworten auf diese Fragen gab. Mit 17 Jahren Krankenpflegerin in einem Kriegslazarett, dann ausgebeutete Stenotypistin bei schmierigen, klerikalen oder sich demokratisch nennenden Arbeitgebern und deren windige Geschäftspraktiken. Dies beschreibt sie ebenso wie die Leben von Frauen ihrer Bekanntschaft, etwa einer jungen Fürsorgerin, die sich um verelendete und missbrauchte Kinder bemühte oder einer Bohémienne in Schwabing. Tagebucheinträge bezeugen den Putschversuch Hitlers 1923 in München aus ihrer Sicht als Sekretärin im „Völkischen Beobachter“, der von wichtigtuerischen aber auch naiven, in jedem Fall aber verbrecherischen, Männern betrieben wird.

Die Neuauflage dieses Werkes der Literatur der neuen Sachlichkeit macht ein Exempel für die literarische Prosa von Frauen in den 1920er Jahren wieder greifbar und enthält im Kommentar auch die durch den Herausgeber Ludwig Ficker 1926 gestrichenen Stellen sowie Anmerkungen der Autorin aus den 1970er Jahren.

 

 

206 Seiten

 

Erscheinungstermin: 17. September 2018

 

 

 

 

PAULA SCHLIER,

geboren in Neuburg an der Donau und aufgewachsen in Ingolstadt, war u.a. journalistisch tätig, bevor sie 1926 ihr Erstlingswerk veröffentlichte. 1932 zum katholischen Glauben konvertiert. Katholische Prosa und Lyrik, meist mit apokalyptischen Inhalten. 1942 Verhaftung durch die Gestapo. Aufenthalt in der Psychiatrie. Nach 1945 lebte sie in Tutzing am Starnberger See.
Paula Schliers Nachlass wird im Brenner-Archiv in Innsbruck aufbewahrt. Zahlreiche Veröffentlichungen, u.a. „Das Menschenherz. Traumbilder des Lebens“ (1953) im Otto Müller Verlag.

 

 

 

DIE HERAUSGEBERINNEN:

Annette Steinsiek (geb. 1964 in Gütersloh) und Ursula A. Schneider (geb. 1966 in Wien) arbeiten am Forschungsinstitut Brenner-Archiv der Universität Innsbruck. Sie edierten Briefe, Prosa und Lyrik von Christine Lavant und Christine Busta und forschen und veröffentlichen über österreichische Literatur des 20. Jahrhunderts, zu Fragen der Archivtheorie, der Editionsphilologie, der Biografieforschung.

 

 

 

 

 

 

 



Weitere Informationen zu dieser Veranstaltung