Christine Haidegger liest um 19:00 Uhr aus ihrem Roman "Zum Fenster hinaus - Eine Nachkriegskindheit" im Literaturhaus Henndorf

28.04.2017

Christine Haidegger liest um 19:00 Uhr aus ihrem Roman "Zum Fenster hinaus - Eine Nachkriegskindheit" im Literaturhaus Henndorf.

 

 

Freitag, 28. April 2017, 19:00 Uhr

Literaturhaus Henndorf

Franz-Stelzhamer-Straße 10
5302 Henndorf

 

 

ZUM BUCH

 

„Während andere Frauen in der Literatur der 1970er Jahre ihre typischen Frauenwunden lecken, schreibt Christine Haidegger ein ganz und gar unprätentiöses, vorwurfs- und vorurteilsfreies Buch
über das Aufwachsen des Kindes einer Deutschen in einem gerade erst seine Identität nach dem Krieg suchenden Österreich.“ (Margit Schreiner)

 

 

Irene, ein elfjähriges Mädchen, wächst in der postfaschistischen Zeit der 40er Jahre auf. Der Vater ist im Krieg verschollen. Die liebevolle, fürsorgliche Mutter wünscht sich, dass ihre Tochter es einmal besser hat, arbeitet hart und schickt das begabte Mädchen durch enormen Einsatz und Selbstverzicht ins Internat einer ELITESCHULE. Die Großmutter lehnt diesen BILDUNGSBLÖDSINN ab, möchte ihre Enkeltochter später lieber als gute Ehefrau und Mutter erzogen wissen.

Im Internat werden die Mädchen mit strenger Hand geführt und geformt. Schuluniformen und Nummern statt Namen sollen – so lautet zumindest die offizielle Version der Schule – keine SOZIALEN UNTERSCHIEDE zulassen. Verstöße gegen die Internatsregeln werden, ganz im Sinne des autoritären Geistes des noch nachwirkenden Nationalsozialismus, mit harten Disziplinierungsmaßnahmen geahndet. Irene leidet unter sozialer Ausgrenzung und erfährt einen enormen Leistungsdruck. Im Tagebuchschreiben findet sie Zuflucht und skizziert ein komplexes Porträt dieser Nachkriegsgesellschaft und der – für diese Zeit nicht unüblichen – harschen Internatszustände, erzählt aus einer wachen kindlichen Perspektive.

Christine Haidegger setzt sich mit ihrem Erstlingsroman Zum Fenster hinaus (Neuauflage) eingehend mit der Lebenswelt und dem vorherrschenden Zeitgeist der Nachkriegsjahre, dem Warten auf Heimkehrer, Wiederaufbau und Verdrängung auseinander. Themen, die bis heute ihre Aktualität behalten haben.

 

 

CHRISTINE HAIDEGGER,

geboren 1942 in Dortmund, aufgewachsen in Oberösterreich. Aufenthalte in England, Frankreich, Italien und den USA. Lebt seit 1964 als freiberufliche Schriftstellerin in Salzburg. Schreibt Kurzprosa, Lyrik und Romane. Hat zahlreiche Bücher veröffentlicht und über ein Dutzend Literaturpreise erhalten, u.a. den Romanpreis des Österreichischen Rundfunks, den Lyrikpreis des Landes Salzburg 2005 und viele weitere. Vor allem ihre Lyrik wurde in viele Sprachen übersetzt. Nach einer Lesereise durch die USA war sie 1991 writer in residence in Virginia und 2002 erschien bei Ariadne Press in Riverside, CA, die amerikaniche Übersetzung ihres Romans Zum Fenster hinaus unter dem Titel Mama Dear. Zusammen mit H. Hofmann gründete sie das Salzburger Literaturhaus, ist dort im Vorstand, wie auch bei der IG AutorInnen und Vizepräsidentin der Grazer Autorenversammlung.