Christian Lorenz Müller und Christine Haidegger präsentieren ihre neuen Bücher im Stifterhaus in Linz

17.01.2019

Christian Lorenz Müller und Christine Haidegger präsentieren ihre neuen Bücher im Stifterhaus in Linz

 

 

Donnerstag, 17. Jänner 2019

Stifterhaus Linz

Adalbert-Stifter-Platz 1

4020 Linz

 

 

 

 

"ZIEGELBRENNEN"

Roman von Christian Lorenz Müller

 

"Der Hinweis auf die grandiose Sprache des Autors darf auf keinen Fall fehlen. Der Autor verfügt über eine Wortgewalt und ein Einfühlungsvermögen in die Protagonisten, die ihresgleichen suchen. Allein schon seine bildhafte, zuweilen fast poetische Sprache lohnt die Lektüre." (Aldo Fasel, Freiburger Nachrichten)

 

"Warum eigentlich Raimund?", fragt sich Rosmarinka mit beinahe neunzig Jahren. Die gebürtige Kroatin hätte wohl ihr ganzes Leben in ihrem Heimatdorf verbracht, wäre sie als junges Mädchen nicht ausgerechnet an den Donauschwaben Raimund Quendler geraten. Gegen Ende des Zweiten Weltkriegs bedrängen Titos Partisanen den Hof der Quendlers, und so flieht die Familie nach Österreich, wo ein Neuanfang nur unter großen Entbehrungen gelingt. Rosmarinkas Sohn Anton soll es einmal besser haben und Priester werden, aber er bricht das Studium ab, ohne Gründe dafür zu nennen. Erst Jahrzehnte später, als der Historiker Arthur, der mit Rosmarinkas Enkelin Valentina liiert ist, nachfragt, beginnt die alte Frau zu erzählen. Bild fügt sich an Bild und ein Zusammenhang nach dem anderen erschließt sich.

"Ziegelbrennen" ist eine weit ausgreifende Familiengeschichte, ein Chor aus vielen Stimmen, die scheinbar sprunghaft wechseln: zwischen der Zeit der faschistischen Ustascha-Diktatur in Kroatien während des Zweiten Weltkriegs, den Ereignissen der 1990er Jahre auf dem Balkan und der unmittelbaren Gegenwart, denn im Herbst 2015 zogen zehntausende von Syrern, Irakern, Afghanen durch den Osten Kroatiens. Dort, in jener Gegend, in der Rosmarinka aufgewachsen ist, beginnt und endet dieser große Roman, der siebzig Jahre mitteleuropäischer Geschichte umspannt.

 

 

 

CHRISTIAN LORENZ MÜLLER,

geboren 1972 in Rosenheim/Bayern. Fand nach einer Lehre zum Trompetenmacher und etlichen Gesellen- und Reisejahren zum Schreiben.  2010 erschien der Roman Wilde Jagd, für den der Autor 2012 mit dem Bayeri¬schen Kunstförderpreis ausgezeichnet wurde. Im gleichen Jahr erhielt Müller den Georg-Trakl-Förderungspreis für Lyrik. Er ist Prosaredakteur der deutschen Literaturzeitschrift „Konzepte“ und leistet Projektarbeit im Kunst- und Literaturbereich. Seit dem Jahr 2005 lebt er in Salzburg.

 

 

(c) Johannes Amersdorfer

 

 

 

 

 

 

 

"NACH DEM FEST"

Erzählungen von Christine Haidegger

 

Christine Haideggers Erzählungen sind ein gekonntes Spiel mit Klischees, angedeuteten Idyllen und menschlichen Abgründen.

 

In ihrem neuen Erzählband Nach dem Fest führt uns Christine Haidegger an die unterschiedlichsten Orte: in Salzburg etwa entwirft sie ein Zukunftsszenario, in dem die Altstadt mit einer hohen Plexiglaswand eingefasst und von einer Kuppel überspannt ist. Die Touristenströme werden ebenso reguliert wie die Besucherzahl der Einheimischen, die für die Innenstadt eine Dauerkarte besitzen. In Venedig hingegen ist alles zugänglich. Dort treffen wir die Übersetzerin Anna, die einige Sommerwochen zum Arbeiten in der Lagunenstadt verbringt. Ihr Leben unter den alteingesessenen Venezianern, die Gespräche beim Weinhändler, in einem Friseursalon oder in einer kleinen Bar fernab der touristischen Attraktionen, zeigt uns einen wohltuend anderen Blick auf das mit Klischees überladene Venedig. Ernst wird es dort, wo ein einsamer Mann aufs Meer blickt und seine Frau vermisst; wo ein nicht minder einsamer eine Frau grausam tötet, in der er seine Mutter sieht. Und tieftraurig in jenem Haus in der österreichischen Provinz, in dem ein Ehepaar seit vielen Jahrzehnten zusammenlebt. Der Mann weiß nicht, wie er seiner Frau die Nachricht überbringen soll, die das Familienleben verändern wird. Er verschiebt die Aussprache auf die Tage nach dem Fest - nichtsahnend, dass auch seine Frau ein schreckliches Geheimnis mit sich trägt.

 

176 Seiten, gebunden

 

 

 

CHRISTINE HAIDEGGER,

geboren 1942 in Dortmund, aufgewachsen in Oberösterreich. Aufenthalte in England, Frankreich, Italien und den USA. Lebt seit 1964 als freiberufliche Schriftstellerin in Salzburg. Schreibt Kurzprosa, Lyrik und Romane. Hat zahlreiche Bücher veröffentlicht und über ein Dutzend Literaturpreise erhalten, u.a. den Romanpreis des Österreichischen Rundfunks, den Lyrikpreis des Landes Salzburg 2005 und viele weitere. Vor allem ihre Lyrik wurde in viele Sprachen übersetzt. Nach einer Lesereise durch die USA war sie 1991 writer in residence in Virginia und 2002 erschien bei Ariadne Press in Riverside, CA, die amerikaniche Übersetzung ihres Romans Zum Fenster hinaus unter dem Titel Mama Dear. Zusammen mit H. Hofmann gründete sie das Salzburger Literaturhaus, ist dort im Vorstand, wie auch bei der IG AutorInnen und Vizepräsidentin der Grazer Autorenversammlung.

 

 

Foto: Andreas Hauch