Federmair, Leopold

Tokyo Fragmente

ISBN: 978-3-7013-1264-1

Preis: 24,- (E-Book: € 19,99)

"Leopold Federmair gehört zu den sprachsensibelsten Autoren, die Österreich zu bieten hat. Er ist ein Meister stilistischer Nuancen und mehrdeutiger Zwischentöne. Das beweist er auch wieder mit seinem neuen Buch." (Christian Schacherreiter, Oberösterreichische Nachrichten)

 

Seine Wege durch die Großstadt führen immer wieder zurück an einen bestimmten Ort: Eine winzige Bar in einem unauffälligen Stadtteil, die für ihn zur „nächtlichen Universität“ wird. Dort, lange nach Mitternacht, begegnet er, der Flaneur der „Tokyo Fragmente“, geheimnisumwitterten
Gestalten…
Der Schriftsteller Leopold Federmair lebt seit 16 Jahren in Japan. Ein Jahr vor dem Tsunami und dem Atomunfall in Fukushima begann er, Wahrnehmungen und Episoden seiner ausgedehnten Spaziergänge in Tokyo aufzuzeichnen. Das Endergebnis ist kein Blog und kein herkömmliches Tagebuch, sondern eine Serie von zugleich dispersiven und höchst konzentrierten Betrachtungen, die jeweils Aufenthalte von drei oder vier Tagen umfassen.
Zunächst als Work in progress angelegt, entwickelt sich der Text zu einer Erzählung. Da die nächtliche Bar mit einem Bein in der Gegenwart und dem anderen in der Vergangenheit steht, kommt immer wieder auch die Geschichte der Stadt ins Spiel. Nach und nach kristallisieren sich Handlungsstränge heraus und die offene Form wird unmerklich zu einer geschlossenen. Mit staunendem Vergnügen lässt sich der Leser verwinkelte Gässchen, himmelsnahe Wolkenkratzer-Etagen, Krautacker und Shinto-Schrein, Krankenhaus und Izakaya, Konbini und Kindergarten, Kabukitheater und Minikino, die Hügel, Flüsse und versteckten Wasserläufe Tokyos zeigen.

 

398 Seiten, gebunden

 

Erscheinungstermin: 27. August 2018

 

 

 

 

 

Pressestimmen (Auswahl):

 

 

Leopold Federmair über sein neues Buch in der ORF III-Sendung "KulturHeute" (27.08.2018)

 

 

 

"Fremdheitsgefühle abbauen lassen sich nur mit einem in der 'Weltwahrnehmung' geübten Autor wie Leopold Federmair, der seit vielen Jahren in Japan lebt und gerade in der Metropole Tokyo immer wieder Streifzüge unternimmt. Dieser Beobachter registriert Bleibendes ebenso akkurat wie Veränderungen. (...)

Dieses Buch lässt sich aber vor allem als kritische Gesellschaftsanalyse lesen. Der Autor beschreibt hier ein "repressives System", das die Menschen rigiden Regeln unterwirft und die Gruppe rücksichtslos über das Individuum stellt. In der Arbeitswelt ist der Konformitätsdruck besonders stark. Japans Bürger werden freilich von klein auf daran gewöhnt, 'dass es im Prinzip nichts anderes gibt als Arbeit'. Schulferien sind für japanische Kinder keine echten Ferien, weil sie Schulaufgaben machen müssen. In Tokyo gehen fast alle Schüler in eine Nachhilfeschule ('juku'). Ohne diese Zweitschule sind die Eignungsprüfungen für die nachfolgende Schule oder Universität nicht zu schaffen.

Aber am Ende wehrt sich der Autor dagegen, all das 'Fremde', das 'Exotische' auf Kulturunterschiede zurückzuführen. Die Besonderheiten Japans könnten ja einer Entwicklung entsprechen, die tatsächlich in vielen Ländern der Erde vor sich geht: 'Globalisierung ist Standardisierung.'" (Helmut L. Müller, Salzburger Nachrichten, 28.08.2018)

 

 

 

"Die Erzählung 'Tokyo Fragmente' selbst ist eine beeindruckende Reise der Aufmerksamkeit in Herz und Seele Tokyos. Federmair flaniert entlang von Wolkenkratzern und winzigen Stehlokalen (Udon), Shinto-Schreinen und Bahnhöfen, Cafes und Kinos. Die beschreibende Beobachtung von Ort, Mensch und Situation ist dabei immer eine sprachlich pointierte, die fast unbemerkt in eine ebenso markant auf den Punkt gebrachte Reflexion übergeht. Beschreiben wird bei Federmair immer zum Schreiben, zum sprachlichen Flanieren in und zu vielfältigen Bezügen von Gesellschaft, Kultur, Geschichte." (Walter Pobaschnig, literaturoutdoor.com, August 2018)