Sukare, Hanna

Staubzunge

ISBN: 978-3-7013-1232-0

Preis: €18,00 (E-Book: €14,99)

 

Über das Buch:

 

Die meisten suchen etwas. Das Ziel ihrer Suche ahnen sie nur.

Was suche ich? Die Antwort auf eine Sehnsucht – wonach?

 

 

Wenn Matthias Röhricht von seinem Job in einem großen Konzern spricht oder zu jeder Dienstreise eine andere Assistentin mitnimmt, vermutet man nichts von seiner streng religiösen Erziehung. Als Erwachsener tut der Sohn eines evangelisch-freikirchlichen Pastors und einer Flüchtlingsfrau aus Polen so, als habe er mit seinen Eltern nichts zu tun. Das Dogma, die Gewalt und das Schweigen, die er als Kind erlebt hat, versucht er zu vergessen. Auch seine Schwester Adele lebte jahrelang distanziert von den Eltern. Sie nähert sich ihrer Mutter Jad erst wieder, als diese ihre Erinnerung verliert und nicht mehr weiß, dass Adele ihre Tochter ist. Der Tod der Mutter wird für die beiden zur Zäsur. Matthias zieht sich aus allen bisherigen Beziehungen zurück. Adele beginnt rastlos Orte aus Jads Vergangenheit zu suchen und verfällt einer Suchsucht nach der eigenen Zugehörigkeit.

Neben einer Erzählerin berichten vier Frauen über Matthias Röhricht und seine Herkunftsfamilie: Röhrichts Frau, seine Schwester, eine Tante und eine Cousine. Sie weiten die Geschichte von Matthias und Adele zu einer Geschichte der Schmerzpunkte des 20. Jahrhunderts. Krieg, Rassismus, Flucht und Vertreibung melden sich in den Nachgeborenen in Form von Unruhe, seelischer Erstarrung oder Phantomschmerz. Die Geschichte mit dichten, poetischen Bildern erzeugt einen Sog, dem man sich kaum entziehen kann.

 

176 Seiten, gebunden

 

 

!!!Hanna Sukare gewinnt mit ihrem Debütroman Staubzunge den Rauriser Literaturpreis 2016 für die beste Prosa-Erstveröffentlichung in deutscher Sprache!!!

 

Begründung der Jury (Uwe Schütte, Liliane Studer, Anton Thuswaldner):


„Hanna Sukare ist es auf überzeugende Weise gelungen, in einer dichten, stilsicher geformten Sprache einen Roman zu schreiben, der in seiner Schilderung einer Familiengeschichte weit über das eigentliche Thema hinausgreift. In Staubzunge wird zugleich das Portrait eines ganzen Jahrhunderts gezeichnet, das von historischen Verwerfungen und Traumatisierungen gekennzeichnet ist. In sensibler Weise erkundet das aus unterschiedlichen Erzählperspektiven und Sprechweisen komponierte Buch die Vorgeschichte der Elterngeneration, deren Versagen in ihrer Vorbildrolle nicht plakativ angeklagt wird, sondern die Haupterzählerin zu Recherchen veranlasst, in deren Gefolge sie die aus der Tragödie der Geschichte resultierenden Schädigungen zu begreifen lernt. Gerade aber auch durch das Unausgesprochene, das in der Erzählprosa von Sukare stets mitschwingt, gewinnt ihr Buch eine Tiefendimension, die Staubzunge zu einem herausragenden Erzählwerk und einem literarisch außerordentlichen Debüt des Jahres 2015 macht. Das Geschichtsmodell der Hanna Sukare sieht vor, dass niemand verschont bleibt. Jede Zeit schlägt Menschen ihre Wunden, und die erholen sich dann ein Leben lang nicht davon.“

 

 

 

 

Lesungen der Autorin:


  • 10. Oktober 2015, 17:00 Uhr: Atelier Trierenberg/ Magdowski, Wien
  • 15. November 2015, 11:00 Uhr: Buch Wien
  • 20. November 2015, 20:00 Uhr: Stadtbibliothek Radstadt

 

  • 23. Februar 2016, 19:30 Uhr, Literaturhaus Salzburg
  • 17. März 2016, 19:00 Uhr, Heilig-Kreuz-Kirche in Leipzig, „Leipzig liest“
  • 30. März-3. April 2016: Rauriser Literaturtage 2016
  • 18.-21. April 2016: Lesungen in Lodz, Poznan, Opole und Warschau auf Einladung des Österreichischen Kulturforums
  • 28. April 2016, 19:00 Uhr: Alte Schmiede Wien
  • Samstag, 16. September 2016, 15:00 Uhr Literarischer Herbst Gstaad (CH)
  • Montag, 21. November 2016: Bad Ischl
  • Dienstag, 22. November 2016, 20:00 Uhr: Offenes Kulturhaus Vöcklabruck

 

 

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Polnische Leseprobe als PDF