Sukare, Hanna

Schwedenreiter

ISBN: 978-3-7013-1261-0

Preis: € 20,- (E-Book: € 15,99)

"Der Mensch scheint unfähig zu sein, aus seiner Geschichte zu lernen, und muss offenbar alles immer wieder von neuem durchleben: die Angst, den Neid, den Hass. Wo der Mensch ist, ist auch die Hölle. Aber Hanna Sukare hat zum Glück das Gegenmittel: die Erinnerung, die gegen das Vergessen kämpft." (Linda Stift, Die Presse)

 

2008 veröffentlicht Paul Schwedenreiters Heimatgemeinde Stumpf eine Ortschronik. Sie bezeichnet die Wehrmachtsdeserteure des Ortes als gefährliche Landplage. Als Retter des Ortes kürt die Chronik einen SS-Mann. In Stumpf hat die Zeit nicht geheilt. In Stumpf vergeht die Vergangenheit nicht. In Stumpf wird die Vergangenheit mit den Jahren bösartiger.

Schwedenreiter stammt aus dem Innergebirge. Mit 18 Jahren übersiedelt er nach Wien. Er wird Brückenmeister, Leser und Bassist. Ins Innergebirge fährt er nur noch auf Besuch.
Paul Schwedenreiters Großvater war einer der Deserteure. Paul nimmt die Ortschronik nicht hin und geht ihren schlampigen Behauptungen nach. Er recherchiert die politische, berufliche und militärische Laufbahn des SS-Mannes. Seine Suche führt in die Kinderstube der zweiten österreichischen Republik. Sie hat sich nach dem Krieg auf Wunsch der Alliierten entnazifiziert.

Der Umgang der jungen Republik mit ihren alten Nazis findet Jahrzehnte später auch in Stumpf seinen Nachhall. Jeder dort weiß, der SS-Mann war ein führender Nazi, doch das stört kaum jemanden. Jahrzehnte nach dem Krieg stellt Stumpf die Geschichte auf den Kopf und errichtet in der Ortschronik eine Bühne für den SS-Mann, den Pranger für die Wehrmachtsdeserteure. Schwedenreiter, eine fiktive Figur, verstrickt sich unvermeidlich in die politischen Wirklichkeiten seiner Heimat. Schließlich trifft er eine Entscheidung.

 

172 Seiten, gebunden

 

Erscheinungstermin: 27. August 2018

 

 

 

 

Lesungstermine der Autorin:

 

  • Donnerstag, 13. September 2018, 19:00 Uhr: Schloss Goldegg

 

  • Donnerstag, 27. September 2018, 18:30 Uhr: Buchhandlung Ranftl, Bischofshofen

 

  • Freitag, 28. September 2018, 20:00 Uhr: Stadtbibliothek Radstadt

 

  • Dienstag, 2. Oktober 2018, 19:00 Uhr: Literaturhaus Wien

 

  • Mittwoch, 3. Oktober 2018, 20:00 Uhr: Panoramabar in der Stadtbibliothek Salzburg

 

  • Donnerstag, 8. November 2018, 18:00 Uhr: Nr. 99 Buchhandlung im Kaufpark Alterlaa - eine Lesung im Rahmen des Lesefestes zur BUCH WIEN

 

  • Freitag, 9. November 2018, 14:30 Uhr: BUCH WIEN (Messe Wien, Halle D)

 

  • Mittwoch, 5. Dezember 2018, 20:00 Uhr: "Buch im Beisl" im AU, Wien

 

  • Donnerstag, 24. Jänner 2019: Stadtbücherei Hallein

 

  • Freitag, 22. Februar 2019: Mediathek der Bibliothek Maria Anzbach

 

  • Dienstag, 23. April 2019, 19:00 Uhr: Der Buchladen, Kaprun - Lesung am Welttag des Buches 2019

 

 

 

 

Pressestimmen (Auswahl):

 

 

"Die Schändung des Deserteursdenkmals in Goldegg [am 1.09.2018, Anm.] könnte mit der Präsentation des Heimatromans 'Schwedenreiter' zusammenhängen. Das Buch von Hanna Sukare wird in zehn Tagen im Schloss Goldegg vorgestellt.

Grundlage dafür waren die Ereignisse in der Nazizeit mit der Jagd auf sechs Wehrmachtsdeserteure und der Umgang der Gemeinde mit ihrer Geschichte: Die Hauptfigur des Romans will sich nicht damit abfinden, dass Deserteure in der Ortschronik als 'gefährliche Landplage' bezeichnet werden." (Salzburger Nachrichten, am 03.09.2018)

 

 

Renate Lachinger in "Salzburg heute" (ORF II TV) am 31.08.2018, 19:00 Uhr: https://tvthek.orf.at/profile/Salzburg-heute/70019/Salzburg-heute/13987598/Wieder-Streit-um-Ortschronik-von-Goldegg/14357206

 

 

"Ein Wahnsinn: die prächtigen Berge, Wiesen, Wälder in Goldegg - ein Wahnwitz der Umgang der Salzburger Gemeinde mit ihrer jüngeren Geschichte. 'Schwedenreiter', der neue Roman der Wiener Autorin, arbeitet sich an Goldeggs heikler NS-Historie ab. 'Schwedenreiter' ist Prosa mit hohem Realitätsbezug.

1944 wüteten um den Goldegger Böndlsee NS-Truppenverbände auf der Suche nach Deserteuren mit überbordender Brutalität. Bis heute sind die Ereignisse jener Nacht weitestgehend ungeklärt. Aus dem Jahr 1986 stammt ein Augenzeugenbericht, der von bis zu 1000 Soldaten spricht - was stark übertrieben erscheint. Ziel der Razzia namens 'Sturm' waren junge Männer aus dem Ort, die seit 1943 nicht mehr zur Wehrmacht einrücken wollten. 14 Menschen starben, mehr als 40 wurden verhaftet und gefoltert. Um die Namen der Ermordeten herrscht in Goldegg bis heute Streit.

Das Erinnern in Goldegg steht in der schlechten österreichischen Tradition, aus halben Wahrheiten ganze Schlampereien zu machen. 'Amnesie statt Amnestie'" (Wolfgang Paterno, PROFIL, 27.08.2018)

 

 

"Es ist ein starkes Buch, ein wichtiges, ein mutiges Buch. In ihrem zweiten Roman stürzt sich Hanna Sukare im wahrsten Sinne des Wortes auf das historische Faktum, dass Deserteure aus der Endphase der Nazi-Herrschaft hierzulande kaum jene Rehabilitation, geschweige denn Hochachtung erfuhren, die sie verdient hätten." (Herbert Först, Buchmagazin, 29.08.2018)

 

 

"Gegen Ende des Buches trifft Paul - eigentlich die Autorin - den Entschluss, den Namen des SS-Manns schwarz auf weiß zu nennen: Es ist Herbert Mader, der unter anderem von 1957-1969 Direktor der Volksschule Bruck/Glstr. gewesen ist." (Christa Nothdurfter, Bezirksblätter Pinzgau, 03.09.2018)