Sukare, Hanna

Schwedenreiter

ISBN: 978-3-7013-1261-0

Preis: € 20,- (E-Book: € 15,99)

ORF Bestenliste im November 2018

ORF Bestenliste im Oktober 2018

 

 

"Der Mensch scheint unfähig zu sein, aus seiner Geschichte zu lernen, und muss offenbar alles immer wieder von neuem durchleben: die Angst, den Neid, den Hass. Wo der Mensch ist, ist auch die Hölle. Aber Hanna Sukare hat zum Glück das Gegenmittel: die Erinnerung, die gegen das Vergessen kämpft." (Linda Stift, Die Presse)

 

2008 veröffentlicht Paul Schwedenreiters Heimatgemeinde Stumpf eine Ortschronik. Sie bezeichnet die Wehrmachtsdeserteure des Ortes als gefährliche Landplage. Als Retter des Ortes kürt die Chronik einen SS-Mann. In Stumpf hat die Zeit nicht geheilt. In Stumpf vergeht die Vergangenheit nicht. In Stumpf wird die Vergangenheit mit den Jahren bösartiger.

Schwedenreiter stammt aus dem Innergebirge. Mit 18 Jahren übersiedelt er nach Wien. Er wird Brückenmeister, Leser und Bassist. Ins Innergebirge fährt er nur noch auf Besuch.
Paul Schwedenreiters Großvater war einer der Deserteure. Paul nimmt die Ortschronik nicht hin und geht ihren schlampigen Behauptungen nach. Er recherchiert die politische, berufliche und militärische Laufbahn des SS-Mannes. Seine Suche führt in die Kinderstube der zweiten österreichischen Republik. Sie hat sich nach dem Krieg auf Wunsch der Alliierten entnazifiziert.

Der Umgang der jungen Republik mit ihren alten Nazis findet Jahrzehnte später auch in Stumpf seinen Nachhall. Jeder dort weiß, der SS-Mann war ein führender Nazi, doch das stört kaum jemanden. Jahrzehnte nach dem Krieg stellt Stumpf die Geschichte auf den Kopf und errichtet in der Ortschronik eine Bühne für den SS-Mann, den Pranger für die Wehrmachtsdeserteure. Schwedenreiter, eine fiktive Figur, verstrickt sich unvermeidlich in die politischen Wirklichkeiten seiner Heimat. Schließlich trifft er eine Entscheidung.

 

172 Seiten, gebunden

 

Erscheinungstermin: 27. August 2018

 

 

 

 

 

Lesungstermine der Autorin:

 

  • Donnerstag, 13. September 2018, 19:00 Uhr: Schloss Goldegg
  • Donnerstag, 27. September 2018, 18:30 Uhr: Buchhandlung Ranftl, Bischofshofen
  • Freitag, 28. September 2018, 20:00 Uhr: Stadtbibliothek Radstadt
  • Dienstag, 2. Oktober 2018, 19:00 Uhr: Literaturhaus Wien
  • Mittwoch, 3. Oktober 2018, 20:00 Uhr: Panoramabar in der Stadtbibliothek Salzburg

  • Montag, 29. Oktober 2018, 23:10 Uhr: "KulturMontag" im ORF II TV über "Schwedenreiter"
  • Dienstag, 30. Oktober 2018, 19:20 Uhr: 3sat "Kulturzeit" über "Schwedenreiter"

 

  • Donnerstag, 8. November 2018, 18:00 Uhr: Nr. 99 Buchhandlung im Kaufpark Alterlaa - eine Lesung im Rahmen des Lesefestes zur BUCH WIEN
  • Freitag, 9. November 2018, 14:30 Uhr: BUCH WIEN (Messe Wien, Halle D)
  • Mittwoch, 5. Dezember 2018, 20:00 Uhr: "Buch im Beisl" im AU, Wien

 

 

2019

 

  • Samstag, 19. Jänner 2019, 14:30 Uhr: Antifaschistischer Stadtrundgang mit dem Historiker Prof. Wolfgang Wintersteller in Hallein
  • Mittwoch, 23. Jänner 2019, 20:00 Uhr: Offenes Kunst- und Kulturhaus Vöcklabruck
  • Donnerstag, 24. Jänner 2019: Stadtbücherei Hallein
  • Donnerstag, 31. Jänner 2019, 18:30 Uhr: VAÖ Wien - Verband der Akademikerinnen Wien, Niederösterreich, Burgenland
  • Donnerstag, 7. Februar 2019, 11:00 Uhr: Zeughaus am Turm, Radstadt
  • Freitag, 8. Februar 2019: Bildungshaus St. Virgil, Salzburg
  • Freitag, 22. Februar 2019: Mediathek der Bibliothek Maria Anzbach
  • Samstag, 23. März 2019, 12:30 Uhr: Österreich-Kaffeehaus (Halle 4) auf der Leipziger Buchmesse
  • Samstag, 23. März 2019, 19:00 Uhr: Galerie Stritz im Rahmen von "Leipzig liest"
  • Sonntag, 24. März 2019, 10:30-11:00 Uhr: Lesebühne der Kurt-Wolff-Stiftung auf der Leipziger Buchmesse
  • Donnerstag, 4. April 2019: Literatur Lana, Südtirol
  • Dienstag, 9. April 2019: Robert Musil-Haus Klagenfurt
  • Dienstag, 23. April 2019, 19:00 Uhr: Der Buchladen, Kaprun - Lesung am Welttag des Buches
  • Mittwoch, 25. September 2019: Kulturhaus Anif

 

 

 

 

 

Pressestimmen (Auswahl):

 

"Hanna Sukare nennt die Täter beim Namen. Orte und Opfer aber benennt sie neu. Aus Goldegg wird Stumpf, und Felician trägt Züge des Deserteurs Karl Rupitsch. Das Buch ist ein Erzählwerk und keine Dokumentation, in den Fakten jedoch überprüfbar. Auf sehr behutsame Weise holt die Autorin die Opfer zurück in die Geschichte, verschafft ihnen einen sonst verweigerten Platz inmitten der Gesellschaft. Im September, kurz nach Erscheinen des Romans, haben Schmierfinke die Namen der Kriegsdienstverweigerer und Ihrer Unterstützerinnen auf einem Gedenkstein unkenntlich gemacht. Damit betreiben sie das Handwerk der Nazis, deren Bestreben es war, ihre Gegner vollständig aus der Geschichte zu tilgen. Das zeigt, wie wichtig der Roman ist. Er erzählt ein Stück tragischer Geschichtsvergessenheit." (Anton Thuswaldner, KOLIK, Dezember 2018)

 

 

"Der Roman ist ein kraftvoller Aufschrei gegenüber der österreichischen Geschichtsvergessenheit, ein Buch, dessen Nachhall weit über die Literatur hinausreicht. Mehr als 70 Jahre nach Kriegsende, so führt uns Hanna Sukare jedenfalls unmissverständlich vor Augen, wird noch immer viel vertuscht, verdrängt und zurechtgebogen. Der Zweite Weltkrieg wuchert weiter, bis in unsere Gegenwart hinein." (Paula Pfoser, Radio Ö1 "ex libris", 18.11.2018)

 

 

"Mit 'Schwedenreiter' hat Hanna Sukare das vielleicht wichtigste Buch des Gedenkjahres vorgelegt.
Die Brisanz des Texts ist aber nicht der einzige Grund, ihn zu lesen. Die Protagonisten sind liebevoll versponnen gezeichnet, die Aufarbeitung, die hier geleistet wird, nie um wohltuende Klarheit verlegen, und – last, but not least – ist die Erzählung prall gefüllt mit bösem Humor." (Paula Pfoser, orf.at, 8.11.2018)

 

 

"Die Schändung des Deserteursdenkmals in Goldegg [am 1.09.2018, Anm.] könnte mit der Präsentation des Heimatromans 'Schwedenreiter' zusammenhängen. Das Buch von Hanna Sukare wird in zehn Tagen im Schloss Goldegg vorgestellt.

Grundlage dafür waren die Ereignisse in der Nazizeit mit der Jagd auf sechs Wehrmachtsdeserteure und der Umgang der Gemeinde mit ihrer Geschichte: Die Hauptfigur des Romans will sich nicht damit abfinden, dass Deserteure in der Ortschronik als 'gefährliche Landplage' bezeichnet werden." (Salzburger Nachrichten, am 03.09.2018)

 

 

"Ein Wahnsinn: die prächtigen Berge, Wiesen, Wälder in Goldegg - ein Wahnwitz der Umgang der Salzburger Gemeinde mit ihrer jüngeren Geschichte. 'Schwedenreiter', der neue Roman der Wiener Autorin, arbeitet sich an Goldeggs heikler NS-Historie ab. 'Schwedenreiter' ist Prosa mit hohem Realitätsbezug.

1944 wüteten um den Goldegger Böndlsee NS-Truppenverbände auf der Suche nach Deserteuren mit überbordender Brutalität. Bis heute sind die Ereignisse jener Nacht weitestgehend ungeklärt. Aus dem Jahr 1986 stammt ein Augenzeugenbericht, der von bis zu 1000 Soldaten spricht - was stark übertrieben erscheint. Ziel der Razzia namens 'Sturm' waren junge Männer aus dem Ort, die seit 1943 nicht mehr zur Wehrmacht einrücken wollten. 14 Menschen starben, mehr als 40 wurden verhaftet und gefoltert. Um die Namen der Ermordeten herrscht in Goldegg bis heute Streit.

Das Erinnern in Goldegg steht in der schlechten österreichischen Tradition, aus halben Wahrheiten ganze Schlampereien zu machen. 'Amnesie statt Amnestie'" (Wolfgang Paterno, PROFIL, 27.08.2018)

 

 

"Es ist ein starkes Buch, ein wichtiges, ein mutiges Buch. In ihrem zweiten Roman stürzt sich Hanna Sukare im wahrsten Sinne des Wortes auf das historische Faktum, dass Deserteure aus der Endphase der Nazi-Herrschaft hierzulande kaum jene Rehabilitation, geschweige denn Hochachtung erfuhren, die sie verdient hätten." (Herbert Först, Buchmagazin, 29.08.2018)

 

 

"Gegen Ende des Buches trifft Paul - eigentlich die Autorin - den Entschluss, den Namen des SS-Manns schwarz auf weiß zu nennen: Es ist Herbert Mader, der unter anderem von 1957-1969 Direktor der Volksschule Bruck/Glstr. gewesen ist." (Christa Nothdurfter, Bezirksblätter Pinzgau, 03.09.2018)