Müller-Wieland, Birgit

Flugschnee

ISBN: 978-3-7013-1248-1

Preis: € 20,- (E-Book: € 16,99)

 

"Flugschnee" wurde auf die Longlist für den Deutschen Buchpreis 2017 nominiert!

 

 

 

"Flugschnee" befindet sich auf der ORF Bestenliste in Juni!

 


Was macht das Glück einer Familie aus? Wenn es - neben vielen Komponenten wie Gesundheit, sicherem Einkommen und dergleichen - gemeinsame Erinnerungen sind, die Zusammenhalt ermöglichen, so denkt Lucy an einem Dezembertag in Berlin an keine glückliche Familie.

Ihr Bruder Simon ist verschwunden. Das Nachsinnen über ihn führt sie zu einem früheren Wintertag ins Haus der Großeltern in Hamburg, an dem etwas geschah, das den Kindern verschwiegen wurde. Dieses Schweigen prägte nicht nur die weitere Zukunft, sondern reicht auch in die Generation der Großeltern und Urgroßeltern zurück, welche sich in vielfältig Ungesagtes verstrickten. Von Deutschland über Österreich, Italien und Osteuropa wird das Netz gespannt, das die Figuren mit ihren Lebensgeschichten knüpfen, verlieren, wieder aufnehmen - ein Ringen um die Wahrheiten, die in der Vergangenheit liegen, und das Annehmen der Herausforderungen, welche die Gegenwart bereithält.

 

Schnee und Stein sind in diesem Roman die Materialien, an denen Lucy und ihre Familie scheitern oder wachsen, an denen sie dem Bedrohlichen eine Form abzuringen, dem Zerstörerischen ein „Trotz allem” entgegenzusetzen versuchen.

 

 

343 Seiten, gebunden

 

Erscheinungstermin: 22. Februar 2017

 

Die 2. Auflage von "Flugschnee" erscheint am 30. August 2017

 

 

 

 

Lesungstermine der Autorin:


  • Donnerstag, 9. März 2017, 19:30 Uhr: Stifterhaus Linz
  • Samstag, 25. März 2017, 19:00 Uhr: Petersbogen-Apotheke, Leipzig (Leipzig liest 2017)
  • Sonntag, 26. März 2017, 13:30 Uhr: Forum Literatur, Leipziger Buchmesse 2017
  • Mittwoch, 3. Mai 2017, 19:00 Uhr: Landesmusikschule Mondsee
  • Dienstag, 9. Mai 2017: Österreichische Gesellschaft für Literatur, Wien
  • Samstag, 20. Mai 2017, 12:30 Uhr: Galerie im Traklhaus, Literaturfest Salzburg
  • Mittwoch, 30. August, 19:00 Uhr: Longlist-Abend in der Freien Akademie der Künste, Hamburg
  • Samstag, 2. September 2017, 19:00 Uhr: 4. Lange Nacht der Literatur in Hamburg in der Buchhandlung Hartmann
  • Freitag, 8. September 2017, 19:00 Uhr: Buchhandlung Behm, Hohen Neuendorf
  • Mittwoch, 20. September 2017: Literaturhaus Salzburg mit musikalischer Begleitung
  • Sonntag, 15. Oktober 2017, 14:30 Uhr: Leseinsel der unabhängigen Verlage, Frankfurter Buchmesse (Halle 4.1 Stand D 36)
  • Freitag, 20. Oktober 2017, 20:00 Uhr: Buchhandlung Lentner im Rathaus München

  • Mittwoch, 17. Jänner 2018, 19:30 Uhr: Buchhandlung Buchpalast München
  • Sonntag und Montag, 8.-9. April 2018: Literaturfestival "Erzählzeit ohne Grenzen" in Singen und Schaffenhausen
  • Montag, 23. April 2018, 19:30 Uhr: Buch-Café im Lippott-Haus, Kufstein (Welttag des Buches)
  • Dienstag, 8. Mai 2018, 21:00 Uhr: Hotel Juffing, Tirol
  • Donnerstag, 24. Mai 2018, 20:00 Uhr: Haus der Musik in St. Johann im Pongau
  • Samstag, 6. Oktober 2018, 19:30 Uhr: Brückenauer Leseherbst 2018

 

 

 

 

Pressestimmen (Auswahl):

 

"Dass sie ihr Handwerk beherrscht, zeigt sie auch, wenn sie eine Spur mit intertextuellen Bezugnahmen auf das Werk von Peter Weiss legt. Seine Ästhetik des Widerstands brachte Vera nach dem Verlust der Eltern bei einem Erdrutsch zur Kunst, während die Erzählungen aus Berlin der dementen Helene das Lebensgefühl ihrer Kindheit zurückbringen. (…) Müller-Wielands Roman spannt verschiedene Fäden und webt langsam das Bild einer Familie. (…) Ob Traumata tatsächlich vererbbar sind oder ob nicht jede Generation sich ihren ganz eigenen Problemen stellen muss, das muss der Leser selbst entscheiden, wenn alle Leichen im Keller gefunden sind." (Miriam Seidler, literaturkritik.de)

 

 

Birgit Müller-Wieland im Interview mit Daniela Fürst im Literadio auf der Frankfurter Buchmesse 2017 zum nachhören

 

 

"Viele von der Autorin favorisierte Grundmotive und Aspekte ihres Kosmos tauchen in verdichteter, klug und fein verwobener, musikalisch komponierter und in einer konzentriert am Exempel einer Familiengeschichte gezeigten Form auf, so dass 'Flugschnee' eine neue literarische Qualität gewinnt und die gereifte Handschrift dieser Schriftstellerin belegt, einer Künstlerin der Andeutungen.

Es handelt sich um einen weitgehend im bürgerlichen Milieu angesiedelten, nicht mühsam zu lesenden Roman, der eine aufmerksame, die Zwischentöne wahrnehmende Leserschaft erfordert, um die zarte Schönheit und die komplexen Botschaften, die Hauptund Nebengeleise dieses Textes erfassen zu können. Die heile Welt – eine Schimäre. Flugschnee deckt nur oberflächlich zu. Wir freuen uns sehr auf Birgit Müller-Wielands nächstes poetisches Kunststück." (Karl Müller, Literatur & Kritik, September 2017)

 

 

"Mit ihrem Roman 'Flugschnee' verwandelt Birgit Müller-Wieland Zeit- in Familiengeschichte. Ihre Prosa ist von eleganter Art. Harte Stoffe bereitet sie nahezu anmutig auf." (Anton Thuswaldner, Salzburger Nachrichten, September 2017)

 

 

"Ein vielschichtiger Roman, eine spannende Lektüre. 'Flugschnee' greift anhand von Figuren aus drei Generationen sehr viele Themen mehr oder weniger beiläufig auf, vom fordernden Alltag mit Kindern über Homosexualität bis hin zum Altwerden. Das alles beherrschende Thema ist jedoch die Frage, wie Familien mit ihren 'Leichen im Keller' umgehen, und das ist durchaus wörtlich zu verstehen. Es ist die Frage: 'Wenn unsere Vorfahren uns neben dem üblichen Genmaterial auch ihre Verletzungen und Traumata vererben: Was bedeutet das für unsere Leben? Unsere Träume?'" (Antje Weber, Süddeutsche Zeitung, Juli 2017)

 

 

"Ein anspruchsvoller, stilistisch sehr schöner und menschlich berührender Roman. Birgit Müller-Wieland wertet und verurteilt nicht, sie macht uns das verletzende und verletzliche Mängelwesen Mensch etwas verständlicher – und das ist viel!" (Christian Schacherreiter, Oberösterreichische Nachrichten, Juni 2017)

 

 

Birgit Müller-Wieland im Interview mit Barbara Belic - Sendereihe Das rote Mikro: Literatur, zu hören im Radio Helsinki (Juni 2017)

 

 

"In ihrem Roman 'Flugschnee' erzählt Birgit Müller-Wieland eindrücklich, welche Löcher das Verschwinden in das Leben der Zurückgebliebenen reißen kann. Nicht nur für Müller-Wieland, die über 'Die Ästhetik des Widerstands' promoviert hat, ist Weiss ein wichtiger Autor, sondern auch für ihre Figuren: für Vera, der die 'Ästhetik' den Weg nach Berlin und zur Arbeit als Bildhauerin wies, für die demenzkranke Großmutter, der das Buch 'Straße und Plätze ihrer Kindheit zurückgeholt' hat, 'und die Erinnerung an die warme Vaterhand, die sie festhielt, sonntags im Pergamonmuseum', und indirekt auch für die Familiengeschichte der Großelterngeneration zwischen Faschismus und der Suche nach dem moralisch 'richtigen' Verhalten. 
Auf gewisse Weise ist Weiss' Roman auch prägend für Müller-Wielands Erzählprinzip: Am Beginn der 'Ästhetik' beschreibt Weiss den Pergamonaltar als fragmentiertes Gewimmel von Objekten, von Menschlichem und Tierischem. Es ist erst der Blick aus der Distanz, der es ermöglicht, die Gesamtkomposition des Reliefs zu erfassen. Ähnlich verhält es sich mit den Erinnerungen der Figuren, die sich Mosaikstückchen ähnlich langsam zum Bild dieser Familie und ihrer Geschichte zusammensetzen lassen." (Johanna Öttl, Die Presse, Mai 2017)

 

 

"Als Leitmotiv fungiert der Schnee, der alles zudeckt und unter sich begräbt, auch ein Verbrechen,
und genauso kalt ist wie der Stein, den Vera bearbeitet. Der dementen Großmutter ‚hüpfen die
Wörter weg‘, aber ihr Wappenring bringt einen Stein ins Rollen. Und Peter Weiss’ ‚Ästhetik des
Widerstands‘ wird zu einem Schlüsselwerk. Müller-Wielands schwebendes, bildreiches Erzählen gestaltet sich äußerst spannend und lässt vieles offen. Bleibt die tröstliche Erkenntnis, dass es Zeit ist, ins ‚eigene Leben loszumarschieren‘." (Maria Renhardt, Die Furche, April 2016)