Schlembach, Mario

Dichtersgattin

ISBN: 978-3-7013-1249-8

Preis: € 20,- (E-Book: € 16,99)

Ein Roman über unerfüllte Lebenssehnsüchte, der in einem gewitzten Sprachakt die österreichische Kulturgeschichte satirisch durchleuchtet, und nicht zuletzt eine Hommage an die oftmals im Schatten gebliebenen Stimmen der Literatur.

 

Um ihren Mann Hubert zum größten Dichter seiner Zeit zu machen, hat Hedwig alles geopfert. Sie hat Hubert aus der tiefsten Provinz „gerettet“ und in die hohe Wiener Kulturgesellschaft eingeführt, doch seit jeher verweigert er ihr sein „Opus Magnum“.
Als sie wie immer die Biennale in Venedig besuchen und den Österreich Pavillon betreten, da erregt sich Hedwig dermaßen über das dort gezeigte „Nichts“, dass all ihr Frust und ihre Wut ausbricht. In einem polyphonen Monolog berichtet sie von ihrem Leben, ihren Sehnsüchten, ihrer Liebe zum Burgtheater sowie der Verweigerung ihres Mannes, der sich lieber manisch mit dem österreichischen Bestattungswesen auseinandersetzt, als sie zu einer zweiten Alma Mahler zu machen und liefert dabei einen tiefen Einblick in die österreichische Seele und Kulturlandschaft des letzten Jahrhunderts. Hedwig redet sich in einen Wahn, während Hubert an ihrer Seite immer mehr verstummt und mit jedem Wort langsam zu verschwinden scheint.

 

Kurz gesagt: Was, wenn Thomas Bernhard nichts veröffentlicht und seine „Tante“ geheiratet hätte? Oder Franz Werfel seiner Alma Mahler kein Werk geschenkt hätte? Oder ...

 

 

Ein Film zur Entstehung des Romans "DICHTERSGATTIN" von Mario Schlembach und zugleich ein satirischer Blick auf die medialen "Dichterinszenierungen" der 60er und 70er Jahre...

 

 

227 Seiten, gebunden

 

Erscheinungstermin: 17. Februar 2017

 

 

 

Erstpräsentation: 30. März 2017 in der Österreichischen Gesellschaft für Literatur in Wien!

 

 

 

 

Pressestimmen (Auswahl):

 

Irene Prugger, Wiener Zeitung, 3.06.2017: Geifernde Gattin, schweigender Mann

"Weil sich Hedwig ungehemmt und äußerst eloquent in Rage redet, ist der Text stellenweise sehr komisch und lässt mitunter laut auflachen. Auch das Bernhardesk-Epigonale ist aufgrund des Charakters der Protagonistin legitim. Das größte Manko des Textes ist bereits in seiner Struktur angelegt: Er muss Klischees zementieren, um sich an ihnen abarbeiten zu können. Der Autor lässt auch keinen Zweifel darüber, welche der beiden Haltungen - Huberts oder Hedwigs - die lobenswerte und welche die verwerfliche ist. Insofern ist es ganz amüsant, wenn ihm seine Figur in den Rücken fällt und man sich passagenweise auf die Seite der geifernden Gattin schlägt."

 

 

Wolfgang Reitzammer, Nürnberger Nachrichten, 8.05.2017: Zwischen Tod und Theater

"Mario Schlembach gelingt mit seinem Prosa-Erstling eine schwarzhumorige und zutiefst satirische Betrachtung der jüngeren österreichischen Kulturgeschichte. Aus autobiografischen Elementen und literaturwissenschaftlichen Forschungsprojekten bastelt er einen höchst unterhaltsamen Roman – irgendwo zwischen Samuel Becketts 'Endspiel' und Thomas Bernhards 'Auslöschung'."

 

 

Andreas Tiefenbacher, Buchmagazin Literaturhaus Wien, 8.05.2017:

"Der aufmüpfige Sound des Romans, der sich nicht scheut, mit gängigen Klischees zu hantieren (etwa der Wichtigkeit, 'den richtigen Titel' zu haben oder der Meinung, dass das Leben auf dem Land hauptsächlich aus 'Arbeit und Betäubung' besteht und jeder, der 'einen Schaas (…) in die falsche Windrichtung' setzt, sich gefallen lassen muss, 'die Heimat beschmutzt' zu haben), lässt durch seine spontane Wechselhaftigkeit nie Langeweile aufkommen. Seitenhiebe auf die heutigen Autoren, die 'jeden unverdauten Dreck' publizieren, dem statt Dichtung und Poesie bloß 'abscheuliche Befindlichkeitsliteratur' zu sein gelingt, gerieren sich als kleine Boshaftigkeiten, die über ihr originelles Sprachgewand einiges an therapeutischer Wirkung zu entfalten vermögen, andererseits aber nicht gefeit davor sind, als plattitüdenhafte Abkupferungen missverstanden zu werden.
Genaueres Hinsehen allerdings hilft, Mario Schlembachs Roman in seiner exaltiert zur Schau gestellten, tiradenhaften Kritiklastigkeit als recht ungewöhnliches Aufmunterungsbuch zu identifizieren, wo Hedwigs Abscheu vor der 'zwanghaften Originalität' statt kopfschüttelnder Genervtheit freudiges Schmunzeln auszulösen versteht."

 

 

Peter Pisa, Kurier, 1.04.2017: Er stirbt, sie redet, und sonst wird alles verschandelt:

"Mario Schlembach – Bauernsohn aus Niederösterreich, Totengräber, Literaturwissenschaftler – trifft den Ton, den die österreichische Seele von sich geben würde."

 

 

Christina König, Drehpunktkultur.at, 27.03.2017: Hubert, jetzt sag was!

"Schlembach trifft perfekt den Ton einer alten Dame, die selbstgefällig nicht nur über ihren Mann, sondern auch über den Verfall der Wiener Kultur stänkert: Ihr „Burgtheatergehör“ müsse sich die Geistlosigkeiten der Politiker gefallen lassen, der Prater verkomme zum Spiegeltrinkkabinett für Sozialschmarotzer und die neuen Burgtheaterschauspieler hätten alle Juckpulver im Arsch. Niemand bleibt unverschont; auch Handke, Bernhard und Mann bekommen ihre Seitenhiebe ab.

 

(...) Schlembach schlägt einen weiten Bogen: Vom Zentrum der Handlung aus, in dem eine verkannte Muse und ein fehlgeleitetes Leben stehen, arbeitet er sich vor zum Verfall der Wiener Kultur, zum Leben in der Provinz, zum Bestattungswesen und zu den Verbrechen des Nazi-Regimes, die Hubert zum ersten Kontakt mit dem Tod geführt haben. Dabei wird der Bogen nie überspannt; immer wieder schafft Schlembach den Bezug zu seinen Protagonisten."

 

 

Erich Demmer, Die Presse – „Spectrum“, 25.03.2017: Mach mich zur Alma!

„Hedwig war begeistert, erblickte in ihm den kommenden Dramatiker, überredete ihn zwecks Eheanbahnung zur Übersiedlung nach Wien, schleppte ihn täglich in die Burg zur Erlernung des ‚Schön-Sprechens‘ und sah sich zukünftig auf Augenhöhe mit Alma Mahler-Werfel. Als Dichtersgattin – wie auch der Titel von Mario Schlembachs überzeugendem Debütroman lautet.

 

(...) Der Text erinnert an die Mittelstücke des Vorkriegskabaretts. Merke: Frau Karl heißt hier Hedwig!“

 

 

Thomas Jorda, Niederösterreichische Nachrichten, 20.03.2017: Buchtipp

„Schlembachs Suada hält sich stark an Thomas Bernhard. Tod und Burgtheater, Hass und Nationalsozialismus, Österreichertum und Scheitern, nichts lässt Hedwig im Zorn aus. Keine leicht zu konsumierende Lektüre, die aber starke Sogkraft entwickelt.“

 

 

Otto Havelka, Niederösterreichische Nachrichten, März 2017: Literarischer Aufwind

„Der Sommereiner Mario Schlembach ist drauf und dran, in die Fußstapfen großer heimischer Literaten zu treten.“

 

 

Jürgen Heimlich, Sandammeer.at, März 2017

"Es gibt Bücher, die jegliche Erwartung übererfüllen. (...) ...es würde mich nicht wundern, entstünde ein Film nach dieser glänzenden Vorlage von Mario Schlembach. Ein Film, der eine Satire auf den österreichischen Kulturbetrieb sein könnte oder aber eine Abrechnung mit der Endgültigkeit des Todes."