Grill, Andrea

Der Gelbe Onkel

ISBN: 978-3-7013-1105-7

Preis: € 18,00 / Ebook: € 14,99

"So leise kann Erinnerungsarbeit sein bei dieser jungen Autorin, die keine Pointe gut genug findet, um eine ihrer Figuren dafür zu verkaufen." (Evelyne Polt-Heinzl, Wiener Zeitung)

 

"Es ist das erste Buch der jungen Autorin Andrea Grill, die in Salzburg, Amsterdam und Neuchatel lebt und als Übersetzerin aus dem Albanischen arbeitet. Diese Vielfalt spiegelt sich auch in ihren Geschichten wider. Sie klammert sich nicht lange an eine Begebenheit, sondern springt locker in ihren Erzählungen hin und her. Das gefällt." (FM4, ORF)

 

Jede Familie hat ihre eigenen Gesetzte, ihre eigene Zeit und besondere Orte – das erfrischende Debüt von Andrea Grill erkundet den Familienmenschen.

„Es wäre das beste, wenn Kinder auf Bäumen wüchsen.“ Sie würden im Herbst herabfallen wie reife Birnen und niemand müsste sich für sie verantwortlich fühlen, so wie sie selbst zu nichts verpflichtet wären. Da wir aber nicht wie Obst vom Baum fallen, sind wir ein Leben lang mit bestimmten Menschen verbunden; Verwandten, denen wir zu Weihnachten und zu Ostern, auf Beerdigungen und Hochzeiten begegnen, beim Sonntagskaffee oder im Urlaub, und deren Leben uns oft so gegenwärtig erscheint wie unser eigenes. Doch wer sind diese Menschen, die wir so gut zu kennen glauben? In ihrem Debüt versammelt Andrea Grill feinsinnige und humorvolle Porträts, die von den Mitgliedern einer Familie erzählen. Da ist der Onkel, der die Farbe „Beige“ über alles liebt und ein Geheimnis bewahrt, das die Familie erst nach seinem Tod entdeckt. Tante Lulja aus Tirana, deren Lieblingsgetränk der Calvados ist, obwohl sie ihn noch nie im Leben getrunken hat, und die Großmutter, die als junge Frau aus einem brennenden Haus sprang, das „Teufelmühle“ hieß, und sich dabei den Knöchel brach, genau wie die Enkelin viele Jahre später, allerdings weniger spektakulär, indem sie vom Fahrrad fiel. So leicht die Prosa von Andrea Grill ist, so wenig glättet sie Schrulligkeit und Eigensinn der von ihr Porträtierten, umspielt die aus der Familiengeschichte Emporgehobenen der warme Ton des Erzählens.

132 S., geb.